Wie kommt man als Coach oder als Klient zur Transaktionsanalyse?

Als Coach ist es mir wichtig, dass meine Klienten ihre eigene Handlungs- und Lösungskompetenz schulen. Sie werden damit vertraut gemacht, selbstständig nach Alternativen zu suchen. Auch Berne sagte bereits: „The power is in the patient“. Berne war Psychotherapeut und hat im klinischen Umfeld gearbeitet. Ich als Coach spreche von Klienten. Transaktionsanalytiker treffen aber eine ähnliche Aussage: „Die Lösung liegt im Klienten“.

Übung zur Selbsterfahrung bevor Du weiterliest:

  1. Was mache ich, wenn ich Probleme habe?
  2. Wie treffe ich selbst Entscheidungen?
  3. Was hilft mir dabei, eine Lösung zu finden?

Jeder von uns kennt das. Es passiert etwas und dann müssen wir Lösungen finden oder Entscheidungen treffen. Der Denkmarathon beginnt, wir zermartern uns das Gehirn. Wir kommen immer wieder auf das Thema zurück, selbst wenn wir gerade nichts anderes tun als den Abwasch. Schwups hängen wir wieder in der Denkschleife. Was hilft mir? Meistens, dass ich jemandem davon erzähle und diese Person mir Fragen stellt. Häufig kommt dann auch folgende Reaktion: „Na klar, da hätte ich auch selbst drauf kommen können.“ Ja, und meistens ist das auch so.

Denkschleife

Denkschleife (Bild: © Dagmar Kleemann)

Genau das ist mit „Die Lösung liegt im Klienten.“ gemeint. Die Klienten haben, vielleicht auch nur im Unterbewusstsein, bereits alle Lösungen betrachtet und ausgeleuchtet. Diese Dinge sollen nun aber auch ans Tageslicht kommen, damit eine klare Entscheidung getroffen werden kann. Hier befinden wir uns wieder in den Grundannahmen von Berne.

Eine solche Methode habe ich für meine Coachings gesucht. Meine Berufsethik verstehe ich wie folgt. Ich möchte keine Abhängigkeit des Klienten von mir schaffen. Der Klient bekommt Handlungswerkzeuge zur Seite gestellt, mit denen er in Zukunft immer eigenständig auf seine Lösungsansätze zugreifen und ihnen auch vertrauen kann.

Ich nutze da gerne das Zitat von Albert Einstein „We cannot solve our problems with the same thinking we used when we created them.“ (Wir können unsere Probleme nicht mit demselben Denken lösen, mit dem wir sie erschaffen haben.). Als Coach und aus Sicht der Transaktionsanalyse nehme ich die Rolle des Fragenden ein, der das Problem genau aus einem anderen Blinkwinkel betrachten soll und die Haltung und das Verhalten des Klienten zum Problem anders beleuchtet.

Ich persönlich finde, dass wir alle die Transaktionsanalyse in uns tragen, sie aber meist nur nicht effektiv nutzen. Genau das hat mich zur TA gebracht, die Frage: „Welche Potenziale liegen noch in mir?“

Für meine Klienten kann ich sagen, dass sie sich oft nicht mit der Transaktionsanalyse auskennen und auch keinen Bezug dazu haben. Nachdem sie dann aber angefangen haben mit mir zu arbeiten, sind sie durchweg begeistert, was alles möglich ist und wie einfach auf einmal alles erscheint.

Auch ich, als Coach, kann mich schnell in Denkschleifen verhaspeln, ich habe die Werkzeuge um unterschiedlichste Blickwinkel einzunehmen, es ist aber auch für mich wichtig mir von Außenstehenden meine Denkweisen analysieren zu lassen. Dies mache ich auch auf professioneller Ebene mit Lehrsupervisionen, in denen ich meine eigenen Prozesse beleuchten kann. Hierbei werden verschiedene Annahmen, Muster und auch Irrtümer sichtbar gemacht, die ich über viele Jahre verinnerlicht habe.

Genau auf diese Modelle zur Analyse von Annahmen, Mustern und Irrtümern komme ich in den noch folgenden Artikeln zu sprechen. Bis dahin noch einmal die Erinnerung an die beiden weiteren Fragen:

Übung zur Selbsterfahrung

  1. Welche Potenziale liegen in mir?
  2. Wie komme ich zur Transaktionsanlayse?

Dagmar Kleemann

Autor: Dagmar Kleemann

Dagmar Kleemann arbeitet seit 2009 als Trainerin & Coach. Seit 2012 leitet sie ihre eigene Kommunikationsfirma KLEEMANN-TTC, in der sie sich auf Transaktionsanalyse spezialisiert hat. Ihre Schwerpunkte liegen auf den Themen Teamkommunikation, Konfliktmanagement und Zeit- und Selbstmanagement. Hierbei kommen ihre Kunden aus den unterschiedlichsten Bereichen wie etwa Verwaltung, Existenzgründer, Schulen, klein- und mittelständische Unternehmen.

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